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Fasten, Veggieburger, Biomarkt – einfach mal nachgedacht

Posted on 04 März 2010 by admin

Morgens eine Wurstsemmel, mittags schnell mal ne Currywurst, abends Brotzeit mit Aufschnitt, Schinken und Co. und nachts, nach dem Stammtisch, noch schnell ‘nen Döner oder Burger. Wer so lebt wird nicht alt und der Körper nimmt ungeahnte Ausmaße an. Ich habe so gelebt. Zugegeben: Ich habe auch noch nie darüber nachgedacht. Ist ja auch einfacher: Grummelt der Magen, locken verführerische Düfte schnurstracks in die nächste Metzgerei oder in den nahen Imbiss egal welcher Nationalität. Wenn der Bauch laut “Essen!” schreit, dann hat das Hirn nix zu melden. Bis jetzt. Denn: Mit der Menge an zugenommenen Fleisch, verging mir auch der Appetit auf Schwein, Rind und Co. Seit mehr als zwei Wochen verschone ich meine neuen vierbeinigen Freunde (und Hühner, aber die würde ich nicht als Freunde bezeichnen). Und nein, ich vermisse bisher keinen Bissen. Ich sage sicher nicht, dass ich nie wieder Fleisch essen werde, aber es macht mir derzeit Spaß festzustellen, wann mein Körper mal wieder danach lechzt. Sollte der Zeitpunkt nie kommen, dann bleibe ich bei Käse, Tofu, Gemüse und vegetarischen Ersatzmitteln. Wenn dann aber doch mal die Fleischeslust kommt, werde ich mich sicher nicht verbiegen und dann auch wieder mal ein Schnitzel genießen können.

Das Interessante daran ist, dass ich überlege. Früher wurde nicht lange gefackelt. Der Bauch ruft, Hirn aus, Augen auf, ahhh Döner, mampf. Langweilig, weil die einzige Abwechslung an der Metzgertheke aus Leberkäs und Schnitzel bestand. Jetzt schaut es so aus, dass ich überlege, was ich essen darf/kann/will. Wie oft ich früher an Teigrollen mit Schafskäse vorbeirannte weiß ich nicht. Klar ist mir aber, dass ich schon früher hätte schauen sollen. Mann, sind Zigarrenbörek lecker. Passend auch, dass gerade in dieser Phase Mc Donald’s den Veggieburger ins Sortiment nimmt. Sollte der Hunger auf Fastfood mal wieder zu groß sein, ist der vegetarische, ehemalige Gemüsemac eine super Alternative zu Big Mac und Cheeseburger.

Nachdenken heißt es auch beim alltäglichen Einkauf. Wo finde ich was Leckeres für heute Abend? Was snacke ich unterwegs? Die Antwort ist easy aber genauso teuer: Im Biomarkt. Von vegetarischen Brotaufstrichen bin ich schon lange Fan. Gemüse war ja nie so mein Fall, aber ich lerne noch auch da was draus zu kochen, was mir schmeckt. Treibt mich der Wursthunger doch mal in die Ecke, dann greife ich zu vegetarischen Alternativen. “Wurstersatz” aus Weizeneiweiss gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Erfolgreich imitieren Hersteller wie z.B. Wheaty Salami, Weißwurst und Burgerpattys. Zwar sind diese Ersatzprodukte relativ teuer, dafür sind diese teils auch sehr intensiv im Geschmack und wandern in geringerer Menge auf die Brotstulle. Gründlich daneben ging der Versuch aus Tofu und einem Bio-Fix für Gyros ein vegetarisches Gyros zu machen. Recht trocken und quietschend zwischen den Zähnen war das leiblose Gebrösel auf meinem Teller alles andere als appetitlich. Wahrscheinlich würde aber auch das mit selbst gemachtem frischem Tzatziki besser und saftiger schmecken.

Denk man als erstes an fleischlos, fällt einem zwangsläufig sofort Käse ein. Ich liebe das schön gereifte Milchprodukt. Aber: Da muss es schon ein guter Käse sein, der auf meinen Teller wandert. 500-Gramm-Packungen aus der Kühlung? Nein, danke, schmeckt eh nach nix und ist im Mund entweder gummiartig oder krümmelig. Die Beratung, Probe und der Kauf an der Käsetheke meines Vertrauens sieht da schon anders aus. Das hat was mit den Sinnen zu tun. Das sieht gut aus, es riecht und schmeckt. Da darf es dann schon mal ein teureres Stück sein.

Schöner Nebeneffekt: Innerhalb der letzten beiden Wochen, seit dem Beginn meiner Fastenzeit, habe ich zwei Kilo einfach so abgenommen – ohne großartig was zu tun. Aber schon wieder bin ich ins grübeln gekommen: Wenn doch Gewichtsreduzierung so einfach ist, dann kann es doch auch nicht so schwer sein, wieder mehr Sport zu machen. Gesagt getan. Rein in den Laufschuh und raus in die Natur. Zwar bin ich jetzt nicht der große Sportler und Gesundheitsapostel, aber es macht mir Spaß wieder ein bisschen mehr über meinen Körper nachzudenken und auch mal auf ihn zu hören.

Hier noch einige interessante Links zu den Themen:

Wheaty – Hersteller von vegetarischen/veganen Fleischersatzprodukten wie Salami und Weißwurst

Utopia – Magazin und Portal für strategischen Konsum. Think Bio wird hier groß geschrieben. Es gibt Tipps vom Energiesparen über News bis zum Essen und grünen Leben.

Trailer zu “Eine unbequeme Wahrheit”, dem Film mit Al Gore über den Klimawandel

4 Comments For This Post

  1. sebastianf Says:

    Also was ich nicht mag sind Produkte die wie Fleisch schmecken sollen. Ich mag Tofu, allerdings nicht wenn er wie Fleisch zubereitet wird und als Ersatz dienen soll. Es ist einfach ein anderer Geschmack.

    Ich selbst esse sehr gern Fleisch, allerdings auch sehr selten. Ich finde es eher wichtig darauf zu achten woher das Fleisch herkommt und wie die Tiere gehalten werden. Bio ist da keine Lösung, da das normale Bio-Siegel zwar besser als nichts ist aber die Auflagen zu gering sind. Besser ist da Naturland oder Bioland.
    Das gilt auch für Gemüse und andere Lebensmittel. Biohirse kommt zB fast immer aus China. Sollte man ein Produkt kaufen, das um die ganze Welt geflogen/-schifft wird? Ist das dann noch “Bio”?

    Wichtig ist, dass man sich über alles ein wenig Gedanken macht, meistens beginnt das beim Essen. Was ist mit Kosmetikprodukten (Tierversuche) oder Kleidung, hier kommt es häufig zu Krebs bei den Angestellten, die die Kleidung verpacken und bei den Baumwollpflückern. Biobaumwolle ist da schon ein echter Fortschritt allerdings nicht das von H&M, hier sind oft nur 20% Biobaumwolle drin.

    Wie Du bei Deinen Links ja schon angegeben hast ist Utopia da ein wirklich gutes Portal, das einem sehr gut weiterhilft.
    http://www.utopia.de/ratgeber/10-schritte-in-ein-noch-besseres-leben-der-fortgeschrittenen-guide

  2. admin Says:

    Klar, Tofu ist kein Fleisch und hat somit auch nicht den Geschmack. Aber: Eine Alternative oder Ersatz ist es trotzdem. Es lässt sich genauso verarbeiten und hat eine sehr ähnliche Konsistenz.
    Das wichtigste ist glaube ich, dass man einfach mal nachdenkt, was man sich so reinschiebt. Für mich war nicht mal eine Käsesemmel nie eine Alternative zum üblichen Snack-Einerlei.
    Apropos: Vor kurzem bei einem Inlinehockey-Turnier: Ich auf der Suche nach was Essbaren, was auch in meinen Plan passt. Natürlich gab es Leberkässemmeln, Wiener und Wurstsemmeln. Die fleischlose Alternative war Kuchen. Gutes Beispiel sind auch die vielen Bäckereien, die fertig belegte Brötchen anbieten. Salami, Leberkäse, Schinken und Co. gibt’s genug; von den Käsesemmeln liegen meist nur ein zwei Stück rum.

    Zu Kosmetik und Bekleidung: Hier ist der größte Nachteil der Preis. Ein Deo kostet zwei Euro. Kaufe ich ein Bioprodukt zahle ich mindestens das doppelte. Bei Klamotten sind es meist mindestens 25 Prozent mehr. Ausnahmen gibt’s natürlich auch hier immer. Das ist mir einfach zu teuer. Klar, muss auch hier ein Umdenken stattfinden, nur so hat Bio eine Chance.

  3. sebastianf Says:

    Bei “Kosmetik” Produkten, in meinem Falls Deo, Duschgel, After Shave greife ich gerne zu den Produkten von Alverde, die gibts beim DM. Rasiercreme (nicht Schaum, der enthält zu viel Weichmacher) habe ich von Weleda.

  4. mehRla Says:

    Hier also das Rezept für den #Veggie-#Döner mit Bio-Soja-Geschnetzeltem:
    Ich beschränke mich dabei auf die Zubereitung des Fleischersatzes, den Rest (Fladenbrot, Zwiebeln, Kraut, Soße, Gurke, Tomate etc.) bekommt ihr selbst ja nach Gusto hin.
    Also, ich würde für den Anfang das Bio-Soja-Geschnetzelte von Gut&Gerne nehmen. Gibt’s beim Kaufland für deutlich unter 2€ und 150g reichen für 4 ganze Döner! So sieht es aus: http://is.gd/9JwS3 Es handelt sich dabei um sehr fettarmes aber extrem Eiweißreiches texturiertes Soja. Hintergrundinfos dazu findet ihr hier: http://is.gd/9JxEJ
    Im Grunde ist die Zubereitung des Sojas sehr ähnlich zu der von Nudeln. Ihr kocht das Geschnetzelte in gesalzenem Wasser, oder noch besser, in Gemüsebrühe. 15min sollten es sein. Nun muss das Soja etwas mit dem Löffel in einem Sieb ausgedrückt werden, da es sehr viel Wasser aufgenommen hat.
    Bzgl. der Zubereitung als Gyros gibt es zwei grundlegende Möglichkeiten, ich beschränke mich hier auf die schnelle und spontane:
    Ihr bratet das Soja nun in einer guten Portion Öl an. Je nach Pfanne immer gut wenden, dass es nicht anklebt. Nach ca. 5-7min scharfem Anbraten gebt ihr immer wieder Gyros Gewürz dazu, und bratet und wendet das Gyros dabei noch ca. 3-5min weiter. Dabei solltet ihr nun nur noch auf mittlerer Hitze weiterbraten, und ggf. noch das ein oder andere Mal einen Schuss Öl nachgeben.
    Nachdem das Gyros fertig ist, kommt es wie gewohnt mit den Zutaten eurer Wahl in die Fladenbrottasche.
    Ich wünsche gutes Gelingen und guten Appetit!

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